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Schweizer Online Shops nutzen Real-Time Informationen und KI

andrea kalsey

Best of Swiss Web: Neu geschaffene Kategorie “Digital Commerce”

Der «Master of Swiss Web» wurde dieses Jahr am 17. April im Rahmen der Award Night von «Best of Swiss Web» verliehen. Dr. Pascal Sieber präsidierte die Jury der neu geschaffenen Kategorie «Digital Commerce». In dieser Kategorie werden Projekte bewertet, die ein Benchmark dafür sind, wie heute Produkte und Dienstleistungen digital vertrieben werden. Bei der Bewertung der Digital-Commerce-Plattformen werden unter anderem die Dimensionen «experience», «innovation», «efficiency» und «process» beurteilt.
Die Jury hat das Projekt «AMIGOS» vom Migros-Genossenschafts-Bund zum Gewinner der Kategorie gewählt. AMIGOS hat nicht nur die Goldmedaille in der Kategorie Digital Commerce gewonnen, sondern wurde am 17. April 2019 von den Gästen der Award Night zum Master of Swiss Web gewählt. Das ist die höchste Auszeichnung des Best of Swiss Web Arwards.


Dr. Pascal Sieber im Interview mit Andrea Kalsey

Pascal, wie unterschieden sich die eingereichten Projekte in der Kategorie «Digital Commerce» voneinander?

Wir haben regelrechte E-Commerce-Plattformen jurieren dürfen. Da geht es zum Beispiel um immer ausgefeiltere Formen des Empfehlungsmarketings. Profis haben Kennzahlen wie die Conversion-Rate im Griff. Die Ambition ist es, die Kundentreue zu erhöhen.
Unter den besten Projekten hat es auch solche, die einen Aspekt des Digital Commerce angehen. Dazu gehört das Gewinnerprojekt AMIGOS. Die Migros löst damit das Problem der «letzten Meile» mit einem Community-Ansatz. Dadurch kriegt der Detailhändler einen der Kostentreiber auf elegante Art in den Griff.

Wohin geht der Trend bei den Schweizer Online-Shops? Was beobachtest du bezüglich Datenanalyse und IoT?

Das Thema Datenanalyse ist sehr weit fortgeschritten. Profis haben Real-Time-Information über das Verhalten der Besucher/-innen und Kund/-innen. Sie nutzen diese Information in Realzeit, um die Werbemittel und -massnahmen zu steuern und um zu interagieren; sei es indirekt über Empfehlungen oder direkt über Chatfunktionen. Immer häufiger werden auch Chat-Bots eingesetzt.
Internet of Things spielt bei digitalisierten Artikeln eine Rolle. Sie werden zum IoT-Device. Allerdings gibt es noch nicht sehr viele digitale Artikel. Bei nicht digitalen Artikeln spielt IoT nur in der Logistik eine Rolle.
Einige der Projekte sind in der Datenanalyse und bei den Chat-Bots auch mit künstlicher Intelligenz am Experimentieren. Alle Formen des Machine-Learning werden in nächster Zeit bei jenen Anbietern zu Wettbewerbsvorteilen führen, die sich diese Technologien in geschickter Weise zu Nutze machen.

Wie hast du die Atmosphäre in der Jury erlebt?

Ich habe bis letztes Jahr die Jury «Online-Marketing» geleitet und dort ein tolles Team angetroffen, das ich in bester Erinnerung behalte. Es war in dieser Jury herausfordernd, die unterschiedlichen Kenntnisse und Prioritäten zwischen eher Design- und Branding-orientierten und eher Commerce-orientierten Mitgliedern zusammenzuführen.
In der Jury «Digital Commerce» sind wir fokussierter auf die kommerziellen Aspekte. Die Mitglieder dieser neu geschaffenen Jury sind allesamt sehr erfahrende Digital-Commerce-Praktiker/-innen, und sie haben in dieser Funktion einen Alltag als Top-Manager. Die Atmosphäre in der Jury war von Anfang an respekt- und humorvoll. Die Mitglieder sind sehr entscheidungsfähig und -freudig. Vorjurierung und Jurierung sind sehr effizient abgelaufen – und die Wahl von AMIGOS zum Master hat bestätigt, dass wir auch qualitativ sehr gut gearbeitet haben.


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Inwiefern können auch kleinere Anbieter mit limitiertem Budget vom Award profitieren? Worauf sollen sie achten, wenn sie am Award teilnehmen?

Die Jury bewertet die Projekte zwar aufgrund einheitlicher Kriterien. Dazu zählt auch die Effizienz. Kleine Projekte haben oft eine geringere Hebelwirkung als sehr grosse Projekte. Wenn also beispielsweise die Kundentreue erhöht wird, dann steigert ein grosses Projekt den Umsatz um Millionen, eine kleines um tausende von Franken. Wir beurteilen dies deshalb relativ zur Grösse.
Bei den anderen Kriterien mit eher qualitativem Charakter bestätigt sich jedes Jahr wieder von Neuem: Es sind oft die kleinen Projekte, die überraschende Neuheiten umsetzen.

Beim Einreichen von Projekten für den Award ist es ratsam, verlässliche und nachvollziehbare Informationen über den kommerziellen Erfolg weiterzugeben. So ist eine faire Beurteilung viel leichter, als wenn vieles erraten werden muss.

Was wünschst du dir für die eingereichten Projekte im 2020?

Danke für diese Frage: Ich wünsche mir noch mehr Commerce-orientierte Projekte sowohl aus dem Business-to-Consumer wie auch aus dem Business-to-Business-Bereich.
Bei den Einreichungen wünsche ich mir, dass die Hintergrundinformationen gut aufgearbeitet werden, damit wir die Projekte fair bewerten können.

Lesen Sie ein weiteres Interview mit Dr. Pascal Sieber in der Netzwoche >>>

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